Vortragende 2017

Moderation: Claudia Reiterer

Foto: ORF Thomas Ramstorfer

Claudia Reiterer ist eine österreichische TV-Moderatorin, Journalistin und Buchautorin. Von 2007 bis 2016 moderierte sie das Informationsmagazin heute konkret auf ORF 2. Seit 2017 präsentiert sie „Im Zentrum“. Bei der diesjährigen Veranstaltung führt sie in gewohnt dynamischer und sachlicher Art durchs Programm.

Durch Innovation zu inklusivem Wachstum im urbanen Raum

 

Mr. Tadashi Matsumoto, Ph.D, Senior Policy Analyst (OECD) Organisation for Economic Co-operation and Development

Foto: © OECD

"It is a pleasure to be invited to this important conference and a very good opportunity to share with you the key facts of the OECD’s work on green growth and the future challenges."

Tadashi Matsumoto leitet die OECD Arbeit für nachhaltige Stadtentwicklung und ökologisches Wachstum. Unter anderem ist er für das Projekt Urban Green Growth in Dynamic Asia verantwortlich, das darauf abzielt, wirksame Strategien und Governance-Strategien in rasch urbanisierenden asiatischen Städten zu erforschen.

Tadashi ist der Hauptautor des OECD-Berichts Compact City Policies: Eine vergleichende Bewertung (2012). Er hat auch zu vielen anderen Berichten beigetragen, darunter Städte und Klimawandel (2010) und Territorial Review of Japan (2016). Vor dem Beitritt zur OECD im Jahr 2009 arbeitete Tadashi seit 1995 für das Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus in Japan.

Tadashi hält eine MUP (Urban Planning) von der New York University und ein Ph.D. Von der Tokyo University (Engineering). Er Vorträge an der Tsukuba Universität, Japan und SciencesPo, Frankreich.

 

Die Bedeutung von Ausbildung für zukünftige Herausforderungen

Mag. Ernst Gesslbauer, Leiter der Nationalagentur Erasmus+ Bildung in der OeAD-GmbH (Österreichische Agentur für internationale Mobilität und Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung)

Die Bedeutung von Ausbildung für zukünftige Herausforderungen (PDF)

Foto: © Sabine Klimpt

"Bildung und Ausbildung stellen zentrale Angelpunkte für die Weiterentwicklung einer innovativen Wissensgesellschaft dar. Das Programm Erasmus+ verleiht der Bildung eine internationale Dimension. Mehr als 240.000 Menschen aus Österreich nahmen in den vergangenen 30 Jahren am Programm teil. Gesellschaftliche und ökonomische Herausforderungen im 21. Jahrhundert liegen nun zu einem Teil in den Händen der „Generation Erasmus“."

Die OeAD-GmbH ist die österreichische Agentur für internationale Mobilität und Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung. Mit einem Budget von mehr als 60 Millionen Euro und mehr als 200 Mitarbeiter/innen unterstützt der OeAD die Internationalisierung der Bildung.

Die Nationalagentur Erasmus+ Bildung ist innerhalb der OeAD-GmbH für die Umsetzung des EU-Programms Erasmus+ im Bereich Bildung in Österreich verantwortlich. Das Programm besteht aus den Bereichen Schulbildung, Hochschulbildung, Berufsbildung und Erwachsenenbildung.

In der Nationalagentur sind auch Euroguidance Österreich, die Kontaktstelle des europäischen Netzwerks für Bildungs- und Berufsinformation und -beratung, Europass Österreich und die Plattform für Erwachsenenbildung in Europa (EPALE) angesiedelt.

 

DI Roland Sommer, Geschäftsführer "Industrie 4.0 Österreich - die Plattform für intelligente Produktion"

Industrie 4.0- Qualifikations und Kompetenzbedarfe (PDF)

Foto: © Industrie 4.0

"Eine der großen Herausforderungen, um das volle Potenzial der Digitalisierung nutzen zu können ist, dass es ein verstärktes Zusammenführen von Bildungsangeboten mit von der Industrie und Wirtschaft nachgefragten Kompetenzen gibt. Das Symposium „Zero Emission Cities“ biete das geeignete Forum, um einen intensiven Austausch zu ermöglichen."

Seit dem 1. Oktober 2015 hat der Verein "Industrie 4.0 Österreich - die Plattform für intelligente Produktion" eine neue Geschäftsführung. Der 43-jährige Wiener DI Roland Sommer, MBA, der noch bis Anfang 2016 als Director of Public Private Affairs bei AVL List in Graz tätig sein wird, hat die Position des Geschäftsführers der Plattform Industrie 4.0 übernommen.

Sommer ist Member of the International Council der Organization for International Economic Relations (OiER) sowie Vice Chair des Business and Industry Advisory Committee to the OECD (BIAC). Verbandserfahrungen konnte Sommer darüber hinaus in früheren Jahren als Experte für Forschungs- und Innovationspolitik in der Industriellenvereinigung sammeln. Der Industrie-4.0-Experte absolvierte ein Studium an der Universität für Bodenkultur und der University of London.

Der Verein "Industrie 4.0 Österreich - die Plattform für intelligente Produktion" wurde 2015 gegründet. In einem breiten Schulterschluss wirken wichtige gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Akteure an der Gestaltung der zukünftigen Produktions- und Arbeitswelt aktiv mit. Damit soll ein Beitrag zur Steigerung des zukünftigen Wohlstandes für alle Menschen in Österreich geleistet werden. Das Ziel ist, die neuen technologischen Entwicklungen und Innovationen der Digitalisierung (Industrie 4.0) bestmöglich für Unternehmen und Beschäftigte zu nutzen und den Wandel für die Gesellschaft sozialverträglich zu gestalten.

 

Matthias Müller, Chief Executive Officer Foccus Innovation GmbH

Projekt Worm (PDF)

"Die Firma foccus hat sich vor allem ein Ziel vor Augen gesetzt. Wir setzen darauf Innovationen zu schaffen, durch die jede Person profitieren kann und der technische Fortschritt der Menschheit weiter vorangetrieben wird. Ebenso ist es uns ein Anliegen, qualitativ möglichst hochwertige Produkte zu erzeugen, die nachhaltig eingesetzt werden können. Wir sind unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und wollen unseren Teil dazu beitragen auch ein umweltfreundliches Unternehmen zu sein."

Seinen Ursprung hatte das Unternehmen foccus in einer Diplomarbeit aus dem Jahr 2016 mit dem Titel: “Project Worm, Technik von der Natur inspiriert”. In dieser Arbeit ging es darum, erstmals die Fortbewegungsmethode eines Regenwurms auf einen Roboter zu übertragen. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem durch den Gewinn des Wiener Ingenieurpreises und des TÜV Wissenschaftspreises. Das Mechatronik Start-Up foccus wurde 2017 gegründet, um diese Technologie für neue Innovationen nutzen zu können. Dem Unternehmen ist es gelungen, als erstes weltweit das Antriebskonzept eines Regenwurms technisch umzusetzen. Foccus ist nun im Besitz der Verwertungsrechte dieser Fortbewegungsmethode und möchte diese in allen Bereichen, in der Probleme durch diese innovative Technik gelöst werden können, selbst entwickeln. Die Einsatzgebiete, in denen das Potenzial dieser neuen Fortbewegungsmethode besonders hoch ist, sind die der Erkundung, der Rohrsanierung sowie der Tunnelbohrung. In all diesen Anwendungsgebieten können durch die neue Technologie Vorteile gegenüber momentan eingesetzten Lösungen erzielt werden. 

 

Durch Digitalisierung zur Vernetzung 4.0

Jens Hansen ist selbstständiger Zukunftsforscher

"Die Digitalisierung wird das Leben in unseren Städten völlig auf den Kopf stellen. Es liegt an uns, dafür die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen und die Entwicklung im Sinne der Bürger voranzutreiben."

Dabei beschäftigt ihn die Frage, welche Innovationen unser Leben in den nächsten Jahren auf den Kopf stellen und was dies für Wirtschaft und Gesellschaft bedeutet. Einen besonderen Schwerpunkt legt er auf den Megatrend Digitalisierung.

"Wie digitale Innovationen das Leben in unseren Städten verändern"

Städte stehen vor großen Herausforderungen. Wir sind mitten in einem großen demographischen Wandel, Nachhaltigkeit wird immer wichtiger und auch die wirtschaftliche Situation von Städten ruft vielerorts nach neuen kreativen Ansätze die gegebenen Ressourcen bestmöglich für den Bürger einzusetzen. Gleichzeitig kündigt sich die digitale Gesellschaft an und zeigt spannende Lösungsmodelle auf.

  • Wie können uns Innovationen helfen, diese Herausforderungen zu meistern?
  • Wie wird sich Mobilität durch das Autonome Auto verändern?
  • Kehrt die Produktion zurück in die Städte?
  • Welche Chancen ergeben sich durch Big Data und Digitalisierung als solches?
  • Wie verändert sich das Zusammenwirken von Bürgern mit der Verwaltung?
  • Wie kann der Ländliche Raum von der digitalen Transformation profitieren?

 

DI Vesna Glatz, Head of Industry Business Development at Microsoft

"Dass Technologie eine wichtige Rolle spielt, um Zero Emission Cities zu verwirklichen, steht außer Frage. Zusätzlich etablieren sich technologische Trends, die die Kommunikationsfähigkeit aller Gegenstände ermöglichen. Die Flexibilisierung und Verlagerung von IT-Systemen in die Cloud, die Verbreitung von mobilen Geräten in der Arbeitswelt, der Wandel von Softwareprodukten zu bedarfsorientierten Applikationen, sowie die digitale Vernetzung der Menschen, schaffen eine einzigartige Voraussetzung, unsere Art, wie wir mit einander interagieren, signifikant zu verändern. Dadurch werden Potentiale freigesetzt, die nicht nur zur weniger Emission, sondern auch zu mehr Lebensqualität beitragen. Die Städte, die Digitalisierung als Voraussetzung für die eigene Transformation erkennen, verbessen ihre Wettbewerbssituation, werden attraktiver durch Anziehung der innovativen Unternehmen und erweitern die Grenzen der Nachhaltigkeit durch zusätzliche Bürgerservices. Dieser Vortrag zielt darauf ab, einige Digitalisierungsreisen der globalen Unternehmen und Städte vorzustellen."

Die rasante Digitalisierung von Produkten und Prozessen stellt Unternehmen vor große organisatorische Herausforderungen. Die Beziehungen zwischen Zulieferer, Hersteller und Kunden verschmelzen zunehmend, klassische Unternehmensgrenzen wie wir sie kennen gehören bald der Vergangenheit an. Dabei ist es entscheidend, auf diese Themen vorausschauend zu reagieren und damit auch zukünftig konkurrenzfähig zu erhalten bzw. neue Marktpotentiale zu erschließen.

Industrie 4.0 und Internet der Dinge sind die Zukunft. Hunderte E-Mails und Excel Files pro Tag sind nach wie vor Realität im Arbeitsalltag. Daten qualitativ sammeln und nutzen, Prozesse digitalisieren und automatisieren, sowie benutzergerechte Anwendungsoberflächen und Apps entwerfen sind Kerndisziplinen, denen man mehr Beachtung schenken muss, um erfolgreich zu sein.

 

Stadttechnologien - Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?

i.V. Mag. Michael Cerveny: Dr. Eugen Antalovsky, Geschäftsführer UIV Urban Innovation Vienna GmbH

Spielräume der Städte (PDF)

"Wiens Potenziale bei Stadttechnologien liegen im schon heute praktizierten konsequenten Upgrade der verschiedenen Infrastrukturen und Dienstleistungen durch technologische Innovationen. Chancen zur Freisetzung zusätzlicher Potenziale liegen zukünftig darin, neue Kollaborationen zwischen Privat und Öffentlich sowie kreative Geschäftsmodelle auf Basis des sharing economy-Gedankens zu entwickeln und dadurch Wohlstand und Zusammenhalt in der Stadt zu festigen."

Eugen Antalovsky ist als Forscher, Berater, Autor und Moderator in den Themen Stadt- und Standortentwicklung, Integration und Soziale Inklusion, Demokratie und Partizipation sowie Städtetourismus tätig. Seit 2017 ist er als Geschäftsführer für die inhaltlich-strategische Neuausrichtung der UIV Urban Innovation Vienna GmbH verantwortlich. Zuvor war er Geschäftsführer von europaforum wien, das zu Beginn dieses Jahres mit TINA Vienna zur neuen Firma fusionierte. Als Senior Expert und Beirat ist er international tätig, so z.B. für das bei der Europäischen Kommission angesiedelte ESPON (European Spatial Planning Observatory Network) oder für die RPA (Regional Planning Association) bei der Entwicklung ihres 4. Regionalplans für die Dreistaatenregion New York-New Jersey-Connecticut.

 

Joachim Lentes, Leiter Competence Team digital engineering bei Fraunhofer IAO

Ultraeffizienzfabrik im urbanen Umfeld (PDF)

Foto: © Fraunhofer IAO

"Zur Reduktion von Emissionen gewinnt auch die lokale Produktion von Gütern an Bedeutung. Neue Technologien erlauben eine stadtverträgliche Produktion, im besten Fall im Sinne einer Symbiose aus Fabrik und Umfeld zum Vorteil aller direkt und indirekt Beteiligten. Die Ultraeffizienzfabrik im urbanen Umfeld stellt einen neuen Ansatz dar, Emissionen und Ressourcenbedarf bei der Herstellung von Gütern zu minimieren und kann daher ein wesentliches Element eines zukunftsfähigen Wirtschaftens 2050 darstellen."

Joachim Lentes leitet das Competence Team Digital Engineering bei Fraunhofer IAO. Dabei erforscht er neue Wege, um Unternehmen mit frischen Ideen und innovativer IT wettbewerbsfähiger zu machen. Lentes baut gerne Brücken - zwischen Fachabteilungen, Gewerken und Disziplinen oder auch zwischen Unternehmen als industrielle Symbiose.

In der Stadt der Zukunft sind Produktionsstätten so leise und sauber, dass sie sich in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet harmonisch einfügen. Alle Beteiligten vom Unternehmen und deren Mitarbeitern über die Bürger bis hin zur Stadt selbst profitieren von einer Symbiose zwischen Produktion und Umfeld. Damit diese Vision Wirklichkeit wird, genügt es nicht, negative Auswirkungen der Produktion in der Stadt zu minimieren, sondern gilt es, deren positiven Beitrag zu gestalten und zu optimieren.

Digital Engineering unterstützt Unternehmen in der Produkt- und Produktionsentstehung. Strategische und operative Prozesse lassen sich damit effizienter und zielgerichteter aufbauen, vernetzen und ausführen. Ziel ist es, organisatorische Abläufe in technischen Bereichen produzierender Unternehmen zu beschleunigen, qualitativ zu verbessern und kostengünstiger zu gestalten. Gleichzeitig optimieren die Methoden und Systeme des Digital Engineering auch Produktionsplanungen, Produktionssysteme und Produkte hinsichtlich Zeit, Kosten und Qualität.

 

DDr. Herwig W. Schneider Geschäftsführer Industriewissenschaftliches Institut - IWI

Österreichische Umwelttechnik-Wirtschaft (PDF)

"Die österreichische Umwelttechnikwirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil für unternehmerischen Erfolg. Im Zusammenspiel mit einer Vielzahl an vor- und nachgelagerten Branchen sind die heimischen Umwelttechnikproduzenten ebenso wie -dienstleister ein effektiver Motor für Produktion, Beschäftigung und Export."

Das Industriewissenschaftliche Institut betreibt - als nicht gewinnorientierter Verein - seit 1986 Forschung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis. Das IWI hat seinen Sitz in Wien und wird von namhaften Hochschulforschern, Interessensvertretungen und Unternehmen getragen. Der Schwerpunkt der Analysen und Forschungsprojekte liegt in der österreichischen Wirtschaft und ihren internationalen Vernetzungen.

Ein besonderer Kompetenzschwerpunkt ist die Analyse von strukturellen Entwicklungen und Wettbewerbspositionen sowie die Untersuchung industrieller Netzwerke (Clusteranalysen). Die inhaltlichen Schwerpunkte sind:

  • Forschung & Innovation,
  • Energie & Umwelt,
  • Steuern & Abgaben,
  • Produktionskosten, Netzwerk- und Kooperationsmuster,
  • Bildung & Humankapital,
  • Gesundheit & Demografie,
  • Handel & Internationale Wirtschaft,
  • Infrastruktur sowie Unternehmensfinanzierung & Kapitalmärkte.

 

Darüber hinaus konnte das IWI bereits zahlreiche Projekte in den Bereichen Wettbewerbskonstellation/Konjunkturentwicklung und zu Gesetzgebung, Förderungen und öffentlicher Verwaltung abwickeln.

 

Ing. Mag. Michael Strebl, Geschäftsführer Wien Energie

Stadttechnologien: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? (PDF)

"Wir werden die vielfältigen Chancen, die sich aus der Digitalisierung und dem Klimaschutz für die Energiewirtschaft ergeben, maximal für uns und unsere Kunden nutzen. Immer mehr Menschen wollen aktiv am Strommarkt teilnehmen und teilweise auch selbst elektrische Energie erzeugen. Diesen Trend nutzen wir und entwickeln – in Zusammenarbeit mit Startups – neue digitale Produkte und innovative Energielösungen. So entstehen Win-win-Situationen, wo beide Seiten nachhaltig zu einem Gelingen der Energiewende beitragen und davon profitieren."

Die Digitalisierung wird im Servicebereich die Entwicklung neuer digitaler Produkte und ökologischer Energielösungen und Tarifmodelle voranbringen. Ich werde mein ganzes Know-how dafür einsetzen, dass Wien Energie mit innovativen Produkten und Lösungen ihren Markt bestens bedienen kann. Für mich steht der Mehrwert für die Kunden und für das Unternehmen immer im Vordergrund.

Wien Energie ist der größte Energieanbieter des Landes. Mit knapp 2.600 Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp 1,8 Mrd. Euro gehört Wien Energie zu den 50 größten Unternehmen Österreichs. Wien Energie hat 2 Mio. Kunden und beliefert diese in Wien, Niederösterreich und im Burgenland mit Strom, Gas, Wärme und Kälte und beschäftigt sich darüber hinaus mit innovativen Geschäftsfeldern wie Energiedienstleistungen, Smart Home, E-Mobilität und Telekommunikation.

Mit Oktober 2016 hat Ing. Mag. Michael Strebl die Geschäftsführung von Wien Energie übernommen. Er ist seit 1994 in der Energiewirtschaft tätig und konnte im In- und Ausland Erfahrung sammeln, etwa an der renommierten London School of Economics (LSE) in England oder bei Siemens/USA im Silicon Valley. Der ausgewiesene Energieexperte Strebl war über 20 Jahre in verschiedenen Funktionen bei der Salzburg AG tätig, er hat ein technisches und ein betriebswirtschaftliches Studium absolviert.

 

 

Stadttechnologien und die Anforderungen der Unternehmen

Ing. Peter Riemer, Leiter Produktionssteuerung Laundry & Home Care, CEE Henkel

Stadttechnologien und die Anforderungen der Unternehmen (PDF)

"Henkel hat sich in seiner Nachhaltigkeitsstrategie dem Faktor 3 verschrieben. Das heißt, dass wir schon bis zum Jahr 2030 unseren Ressourceneinsatz im Vergleich zu 2010 um zwei Drittel reduzieren wollen. Dazu trägt auch die Wiener Flüssigwaschmittelproduktion ihren Teil bei. Seit 90 Jahren mitten im Herzen der Bundeshauptstadt gelegen, ist es für uns seit jeher eine stete Herausforderung, durch neue, zukunftsweisende Technologielösungen dem Anspruch, ein „good citizen“ sein zu wollen, gerecht zu werden."

Ing. Peter Riemer ist gelernter Maschinenbauingenieur und seit 1993 für Henkel tätig. Nach einem Start im Bereich Verpackungsentwicklung bekleidete der heute 49-Jährige verschiedene Funktionen in der Supply Chain von Laundry & Home Care, sowohl in Wien als auch zuständig für die Region Mittel- und Osteuropa. Aktuell ist Peter Riemer als Director Cluster Production Steering CEE für die Steuerung von vier Henkel-Waschmittel-Werken in Österreich, Ungarn, Polen und Serbien, in denen rund 800 Mitarbeiter beschäftigt sind, verantwortlich.

Die Henkel Central Eastern Europe (CEE) mit Sitz in Wien trägt die Verantwortung für 32 Länder in Mittel- und Osteuropa sowie in der Region Zentralasien-Kaukasus. Das Unternehmen hält eine führende Marktposition in den Geschäftsbereichen Laundry & Home Care, Adhesive Technologies und Beauty Care. In Österreich gibt es Henkel-Produkte seit inzwischen 131 Jahren. Zu den Top-Marken von Henkel hierzulande zählen Blue Star, Cimsec, Fa, Loctite, Pattex, Persil, Schwarzkopf, Somat und Syoss. Am Standort Erdberg, im Herzen von Wien, wird seit 1927 produziert. Zuletzt (2016) waren dies 270.000 Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel. Die Exportquote beläuft sich auf rund 85 Prozent. Wien ist innerhalb des Henkel-Konzernverbunds das größte Flüssigwaschmittelwerk Europas.

 

Felix Kybart, Leiter alternative Antriebe MAN

Stadttechnologien und die Ansprüche der Unternehmen (PDF)

Foto: © MAN

"Ich freue mich sehr darauf im Rahmen dieses Symposiums zu zeigen, wie MAN und CNL gemeinsam mit emissionsfreien MAN eTrucks die Lebensqualität in Wien, Graz und Salzburg verbessern werden."

Felix Kybart, Leiter Alternative Antriebe (EV) bei MAN Truck & Bus in München. Im Rahmen des E-Truck-Projekts hat MAN das Council für Nachhaltige Logistik (CNL) als strategischen Partner gewonnen, das österreichische Werk Steyr soll federführend bei der Ausführung sein.

Das Council für nachhaltige Logistik (CNL) - http://councilnachhaltigelogistik.at - ist eine europaweit einzigartige Initiative: Siebzehn der größten österreichischen Firmen aus den Bereichen Handel, Logistikdienstleister und Produktion haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Schritte im Bereich nachhaltige Logistik zu setzen. Verankert ist das Council für nachhaltige Logistik (CNL) am Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur Wien.
Bereits Ende des Jahres will MAN den teilnehmenden Logistikdienstleistern und Lebensmittelkonzernen neun E-Trucks auf Basis des TGM zu Verfügung stellen. Gibt es die Fahrzeuge zunächst nur exklusiv für das Logistikkonsortium CNL, soll ab Ende 2018 auch an andere Kunden geliefert werden. 2021 soll die Serienfertigung der E-Trucks starten.

 

Bruno Sandbichler, sandbichler architekten, Wohnen im grünen Markt
& Gert Zechner, Verein Aquaponic-Austria

Foto: © sandbichler architekten

"Im Zusammenhang mit der internationalen Diskussion um ressourcenschonende Möglichkeiten zur Ernährung der schnell wachsenden Weltbevölkerung und im postindustriellen Diskurs um offene Technologien, lokale Produktion und sinnvolle Arbeit ist der Grüne Markt ein ernstzunehmender realisierbarer Beitrag. Eine Infrastruktur der Zukunft muss neben Kultur- und Bildungseinrichtungen auch offene Plattformen der Produktion und des Experiments anbieten. In jedem Stadterweiterungs- und Stadterneuerungsgebiet in Wien (und auch anderswo) sollte ab jetzt ein “Grüner Markt” mitgedacht werden!"

Das von sandbichler architekten entworfene Quartiershaus "Grüner Markt" im Sonnwendviertel am Hauptbahnhof vereint wohnen, arbeiten und produzieren in besonderer Weise. Die derzeit aus 35 Erwachsenen und 19 Kindern und Jugendlichen bestehende Baugruppe „Wohnen im Grünen Markt“ hat die ersten großen Umsetzungsschritte vollzogen: die Gemeinschaftsräume und Freiflächen wurden geplant und die Wohnungen vergeben. Mit Dezember 2016 startete die zweite Erweiterungsstufe. Baubeginn war Frühling 2017, eingezogen wird im Herbst 2018.

Im Grünen Markt gibt es Wohnungen für alle Lebenslagen und Lebensformen.  Vom Single-Loft über Familienwohnungen und Wohngemeinschaften bis hin zu Gästezimmern. Dazu können alle Bewohner*innen 380 m2 Gemeinschaftsräume mitnutzen. Es wird eine große Gemeinschaftsküche, Kinderspielzimmer, Kaminzimmer, Sauna, Ruhe- und Yogaraum, Fahrradgarage, Werkstatt, Bibliothek und Kreativraum geben. Mit so vielen zusätzlichen Funktionen können die individuellen Wohnungen kleiner und effizienter sein. Das gesamte Wohnkonzept beruht auf der Idee vom gemeinsamen Nutzen und Genießen von Räumen.

Der Grüne Markt beherbergt die größte Aquaponic Anlage Österreichs, die Fisch und Gemüse nachhaltig und ganzjährig wachsen lässt. Aquaponic ist eine alte, wiederentdeckte Kulturtechnik bei der die Ausscheidungen von Fischen als Dünger für die Gemüseproduktion genutzt werden,  die Pflanzen reinigen und bereiten im Gegenzug das Wasser für die Fische auf. Dabei wird auf künstliche Düngung, Pestizide, Fungizide, Medikamente oder ähnliches verzichtet. Das Erdgeschoss steht Mieter*innen zur Verfügung, welche produzieren, arbeiten und verkaufen wollen.

Wissen tauschen, gemeinsam lernen, international vernetzen. All dies findet im OTELO statt - einem Forschung- und Experimentierraum, der allen offen steht und auch internationale Gäste zum gemeinsamen Arbeiten einlädt.

 

DI DI Dr. Simon Handler, Allplan GmbH

Gebäude als Energiespeicher für das öffentliche Stromnetz (PDF)

Die ALLPLAN GmbH ist ein internationales Consultingunternehmen in den Bereichen TGA technische Gebäudeausrüstung, Bauphysik und Energie- und Umweltmanagement. Das Unternehmen plant in den Bereichen der TGA und Bauphysik Gebäude, die sowohl den heutigen Ansprüchen an die Energieeffizienz als auch jenen an die Behaglichkeit gerecht werden.

Die Allplan GmbH untersucht aktuell im Rahmen eines Forschungsprojekts gemeinsam mit der TU Wien, AEE NOW und AEE INTEC die Nutzbarkeit von Gebäuden als thermischer Energiespeicher. Dieser Energiespeicher kann beispielsweise herangezogen werden, um netzseitig erzeugte, grüne Energie – z.B. Windenergie – verbessert nutzen zu können. Die Erkenntnisse dieses Projekts werden aktuell im Rahmen eines Wohnbauprojekts in die Realität umgesetzt. Simon Handler beschäftigt sich seit seiner Dissertation im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte mit dem Thema und betreut bei der Allplan GmbH u.a. den Themenschwerpunkt "Gebäude als Energiespeicher".

 

Podiumsdiskussion: Die Weltstadt Wien im Jahr 2050!

Prof. Dr. Reinhard König, Principal Scientist AIT (Austrian Institute of Technology) Energy

"Zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung gehört unter anderem die Berücksichtigung von Zero Emission Strategien bei der Planung neuer Stadtgebiete. Die AIT competence unit Smart and Resilient Cities entwickelt integrierte digitale Planungsmodelle, die es erlauben, die Anforderungen von Dekarbonisierungs-Strategien im Zusammenspiel mit anderen, teils gegenläufigen Aspekten komplexer Stadtplanungsprojekte zu bewerten. Die Forschungsgruppe am AIT befasst sich in diesem Zusammenhang mit der Entwicklung und Anwendung von Methoden der künstlichen Intelligenz, um entsprechende Planungsprojekte effizient und effektiv zu unterstützen."

Das AIT ist Österreichs größte Research and Technology Organisation (RTO) und spezialisiert auf die zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft. Einen zentralen Stellenwert nehmen dabei die Herausforderungen im Bereich Dekarbonisierung und Digitalisierung ein. Geforscht wird in jenen Bereichen, die für die Kunden und Partner hohe Weiterentwicklungs- und Wachstumspotenziale aufweisen. Beispiele dafür sind Cyber-Physical Systems (CPS), Complex Dynamical Systems und die Digitalisierung der Produktion.

Prof. Dr. Reinhard König ist Principal Scientist im Bereich Cognitive Urban Design Computing bestellt. Es handelt sich dabei um eine neue Generation von intelligenten Raumplanungsmethoden, bei der Modelle entwickelt werden, die eine wichtige Basis für schnelle Kompromisslösungen in komplexen Fragen der Stadtplanung ermöglichen. Reinhard König studierte Architektur und Stadtplanung und ist Professor des Lehrstuhls für Informatik und Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar. Er leitet Forschungsprojekte zur Komplexität urbaner Systeme und Gesellschaften, dem Verständnis der Städte durch städtebauliche Simulations- und Analysetechniken sowie der Entwicklung evolutionärer Designmethoden. Zuletzt arbeitete Reinhard König am Lehrstuhl für Informationsarchitektur der ETH Zürich.

 

KommR. Ing. Roman Weigl, MSc., Obmann Wirtschaftskammer Wien, der Fachgruppe Wien der Ingenieurbüros

Als Fachgruppenobmann der Ingenieurbüros gelten für mich und meine Branche die nächsten Jahre und Jahrzehnte als besondere Herausforderung. Viele neue Aufgaben kommen auf uns zu. Welche technologischen Entwicklungen werden wir in naher Zukunft verfügbar haben? Forschungsergebnisse von Universitäten und der Industrie werden in den Markt dringen und nachhaltige Veränderungen nach sich ziehen. Allein das Vorhaben der EU bis 2050 den Anteil an Treibhausgasen – also das CO2- Äquivalent auf 5% zu senken, fordert eine völlige Abkehr von fossilen Brennstoffen für Heizungszwecke und industrielle Produktionen. Bei Transport und Verkehr werden wir wohl die verbleibenden Anteile noch einsetzen müssen und auch dieses Vorhaben zwingt uns zu zügigen Entscheidungen für neue Antriebstechnologien und in allen Bereichen zu effizienzsteigernden Systemlösungen. Lade- und Speichersysteme werden verbessert und die Infrastrukturen massiv ausgebaut werden. Nur auf diesem Weg werden wir unsere Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder lebenswert gestalten können!

 

Ing. Mag. Andrés Peña, Quartiersmanagement Standpunkt Liesing

Foto: Weiwurm GmbH

"Industriegebiete sind damals wie heute essentielle Bestandteile einer Stadt. Wir stehen heute vor den Herausforderungen Industriezonen zu modernisieren, Betriebe anzusiedeln und dabei räumliche und ökologische Dimensionen im bestmöglichen Umfang zu betrachten und Lösungskonzepte zu erarbeiten. Das Quartiersmanagement Standpunkt Liesing wurde im Zuge des Projektes „Ressourcenschonendes Industriegebiet Liesing“ eingerichtet. Das Projekt hatte die Attraktivierung und Wiederbelebung des Industriegebietes Liesing zum Ziel und unterstützt Betriebe bei der Umsetzung ressourcenschonender Maßnahmen, bei der Standortsuche sowie bei Fragen zu Förderungen oder sonstigen betriebsrelevanten Themen. Mein Aufgabe als Quartiersmanager ist es, Betriebe bestmöglich in all diesen Anliegend zu unterstützen, weiterhin die Marke „Standpunkt Liesing“ in der Stadt zu verankern, sowie infrastrukturelle Projekte, Stichwort Breitbandausbau voranzutreiben."

 

DI Thomas Madreiter, Planungsdirektor Stadt Wien

"Die Stadt Wien blickt auch in den nächsten Jahren einem starken Bevölkerungswachstum entgegen, das unter anderem neue Herausforderungen in den Bereichen Wohnbau, Energieversorgung und Mobilität mit sich bringt. Die Stadt Wien verfolgt den Ansatz, bestmögliche Bedingungen für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen bei gleichzeitiger Minimierung des Ressourceneinsatzes. Das ist der Ansatz für eine intelligente Stadt, der Smart City Wien."